Leber heißt Leben – die Idee dahinter.

„Leber? Ach, eine Kampagne zu Alkohol?“
„Nö, darum geht‘s nicht. Leber ist viel mehr.“

So oder so ähnlich verlaufen Gespräche über die Leber: Viele Menschen wissen nicht, dass Alkohol nur ein Thema ist, wenn es um das Organ im Oberbauch geht. Klar, zu viel Alkohol schadet der Leber. Aber: sie ist nicht nur dazu da, um Alkohol abzubauen, sondern ist für viele Körperfunktionen, das allgemeine Wohlbefinden und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit wesentlich mit verantwortlich. Und genau dafür kann man sehr viel tun - wenn man weiß, wie.

Aufklärung zu Lebergesundheit und Lebererkrankungen ist wichtig. Für jeden. Genau das möchte die Kampagne "Leber heißt Leben" vermitteln. Die Idee dazu ist zunächst im privaten Kämmerlein entstanden, ein Konzept wurde entwickelt und in Bilder umgesetzt. Dann wurden die wichtigen deutschen Fachgesellschaften zu Lebererkrankungen und die größe Patientenorganisation zu diesem Thema als Fachpartner ins Boot geholt, was die medizinische Richtigkeit und Unabhängigkeit der Kampagne gewährleistet.

Am 27.4. 2016 ist das das Pilotprojekt in Düsseldorf gestartet, dort zählten das Dezernat für Personal und Gesundheit der Landeshaupstadt Düsseldorf und das Leber- und Infektionszentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf zu den Unterstützern der ersten Stunde.

Wir hoffen, dass noch viele Städte mitmachen, die auch meinen: "Leber heißt Leben".

Der Kopf dahinter

Simone Widhalm FotoLebererkrankungen sind ein beruflicher Schwerpunkt der Initiatorin Simone Widhalm, die in diesem Bereich eine mehr als 15-jährige Expertise in strategischer Beratung und Kommunikation - für Patienten und Fachkreise - hat.

Die Medizinerin und Kommunikationswissenschaftlerin ist Mitglied der European Association for the Study of the Liver (EASL), der Deutschen Leberhilfe e.V., assoziierte Wissenschaftlerin der Deutschen Leberstiftung, Gründungsmitglied der Arbeitsgruppe „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland“ und hat über viele Jahre Organisation und Medienarbeit zum Welthepatitistag unterstützt, der seit 2010 einer von vier krankheitsspezifischen WHO-Weltgesundheitstagen ist.

Simone Widhalm war Mitglied einer Arbeitsgruppe zu Erstellung von Nationalen Hepatitis-Aktionsplänen in EU 27, NA, SA, Pazifik, Afrika und Asien in Kooperation mit der WHO und hat an einer Reihe von Publikationen zu Lebererkrankungen, ihrer Diagnostik und Therapien mitgearbeitet. Strategie und Konzept zu "Leber heißt Leben" wurden von ihr eigeninitiativ und pro bono entwickelt.

Grußwort

Herman Gröhe FotoUnsere Gesellschaft wird heute insgesamt älter. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, und wir verdanken sie unter anderem den guten Lebensbedingungen und einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung in unserem Land.

Im Laufe der Jahre hat sich aber nicht nur unsere durchschnittliche Lebenserwartung erhöht, sondern auch unsere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten gestalten sich heute anders. Sehr anschaulich bildet dies der Anfang des Jahres 2017 durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichte Ernährungsreport ab. Er zeigt unter anderem, dass wir heute in der guten Situation sind, uns vielseitig ernähren zu können: von Milchprodukten, Gemüse und Salat bis hin zu Fleisch und Fisch ist alles vorhanden. Einer gesunden Ernährung steht also nichts im Wege. Dennoch wissen wir, dass unser Ess- und Bewegungsverhalten nicht immer im Einklang zu den Empfehlungen steht.

Gerne essen wir zu viel oder zu einseitig und bewegen uns zu wenig. Sind die Speisen zu fett, ist insbesondere unsere Leber gefordert. Sie übernimmt eine Reihe unverzichtbarer Aufgaben in unserem Körper. Die Entgiftung unseres Körpers gehört als eine dieser lebenswichtigen Funktionen dazu. Zu fettreiches Essen oder zu reichhaltiger Alkoholkonsum fordern die Leber zu Schwerstarbeit auf.

Die Förderung von gesunder Ernährung und Bewegung sind deshalb auch Schwerpunkte des Präventionsgesetzes, das im Jahre 2015 in Kraft getreten ist. Ziel des Gesetzes ist es die Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen zu unterstützen und die gesundheitlichen Kompetenzen jedes Einzelnen stärken.

Mit dem Präventionsgesetz wird der Gesundheits-Check-up deshalb künftig stärker auf die Erfassung und Bewertung der gesundheitlichen Risiken und Belastungen der einzelnen Patientinnen und Patienten ausgerichtet. Den Untersuchungsergebnissen schließt sich dann eine darauf abgestimmte präventionsorientierte Beratung und eine ärztliche Empfehlung geeigneter Präventionsmaßnahmen an. Dazu gehören Kurse zur Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder zum Umgang mit Suchtmittelkonsum.

Der Gesundheits-Check-up umfasst aber auch eine Überprüfung des Impfstatus. So wird beispielsweise Menschen mit bestimmten Risiken eine Hepatitis A und/oder B Impfung empfohlen, die durch Viren hervorgerufene Leberinfektionen vorbeugen.

Ein besseres Wissen über die Gesundheit ist für jeden einzelnen Menschen von großer Bedeutung, und deshalb möchte ich, dass alle Menschen in unserem Land umfassend Informationen zur Gesundheit erreichen. Dazu beitragen können Aufklärungskampagnen. Deshalb freue ich mich, dass die Kampagne „Leber heißt Leben“., die in Essen stattfindet, Menschen zu einer eingehenden Auseinandersetzung mit dem Thema Lebergesundheit bewegen möchte.

Für Ihren bedeutenden Einsatz danke ich Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen für Ihre Kampagne weiterhin viel Erfolg.

Signatur Herman Gröhe

Hermann Gröhe
Bundesminister
Mitglied des deutschen Bundestages

Lebergesundheit im Unternehmen

Gesundheitsaufklärung und Präventionsangebote, die Menschen in ihren Lebenswelten und damit auch am Arbeitsplatz erreichen, sind erfahrungsgemäß am erfolgreichsten. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) greift diesen Ansatz auf: mit individidueller Beratung, die auch Prävention im Fokus hat. BGM ist inzwischen fester Bestandteil der Unternehmenskultur in vielen Betrieben - und genau hier setzt auch die Leberkampagne an: Mit der Teilnahme an "Leber heißt Leben" können kleine bis große Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit ihrer Beschäftigten leisten. Unternehmen, die an der Kampagne teilnehmen, informieren im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ihre Beschäftigten zu Lebergesundheit und bieten die Möglichkeit zum Lebercheck an. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen hat "Leber heißt Leben" in Ministerien, Behörden und Unternehmen schon über 20.000 Beschäftigte erreicht.

→ Mehr dazu lesen Sie hier

Sie möchten als Unternehmen mitmachen? Weitere Informationen zu „Leber heißt Leben“ und Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) bekommen Sie unter Mailadresse bgm@leber-heisst-leben.de

Präventionsgesetz

Das "Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention" (Präventionsgesetz – PrävG) soll den Stellenwert der gesundheitlichen Prävention in unserer Gesellschaft verbessern. Prävention bedeutet dabei nicht nur, Krankheiten frühzeitig zu diagnostizieren, sondern auch umzusetzen, was gesund erhält. Gesundheitsuntersuchungen ("Check-ups") haben in diesem Kontext nicht nur die Aufgabe, Erkrankungen früh zu diagnostizieren. Sie sollen individuelle Belastung und Risikofaktoren erkennen, präventionsorientiert beraten und so den Erhalt der Gesundheit fördern: Genau das möchten wir auch mit "Leber heißt Leben" erreichen. Machen Sie mit!

Lesen Sie mehr dazu im Grußwort von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.